Eine Reise in den Glauben

San Giacomo della Marca wurde 1393 in Monteprandone geboren. Als er mit nur sieben Jahren seinen Vater verlor, wurde er von seinem Onkel, einem Priester, zum Studium erst nach Offida, dann Ascoli Piceno und später Perugia geschickt, wo er seinen Abschluss als Rechtsgelehrter ablegte. Er war nur kurz in der Toskana als Notar und Richter tätig. Nachdem er enge freundschaftliche Beziehung mit den Franziskanern geschlossen hatte, trat er im Juli 1416 dem Orden in Assisi bei. Im Kloster von Fiesole erhielt er von seinem Maestro und geistigen Vater, dem Heiligen Bernhardin von Siena, die Priesterweihe. Er setzte sich gegen die Wucherer ein und trug zur Verbreitung der Staatsanleihen bei; weiterhin unterstütze er den Bau von Krankenhäusern, Brunnen, öffentlichen Zisternen und Klöstern, darunter auch für das 1473 in seiner Heimatstadt errichtete Kloster. Sein Apostolat übte er auch in Dalmatien, Slowenien, Bosnien, Österreich, Ungarn und Böhmen aus. Er starb 1476 in Neapel, wurde 1624 selig und 1726 heilig gesprochen. Seine ehrwürdigen Überreste ruhen in der zu „seinem” Franziskanerkloster Santa Maria delle Grazie in Monteprandone gehörenden Kapelle San Giacomo. Neben seinem Geburtshaus erinnern in Monteprandone noch ein Teil der ursprünglich über 800 Bände umfassenden, von ihm gegründeten Bibliothek an San Giacomo: 60 Handschriften aus dem 14. und 15. Jahrhundert, sowie eine aus dem 10. Jahrhundert. Von besonderer Schönheit sind die Miniatur-Handschriften und die vier Autographen des Heiligen. Sehr bedeutend ist zudem der Brief, den San Giacomo 1455 an San Giovanni da Capestrano sendete. Die Handschriften sind im Inneren des „Palazzo Parissi” ausgestellt.

 

Loreto

Loreto ist ein Wallfahrtsort, und eine Stadt der Kunst, des Glaubens und der Demut. Nach dem Petersdom in Rom ist Loreto die wichtigste, der Jungfrau Maria geweihte Heiligenstätte. In der Basilika wird das „Heilige Haus” der Familie von Nazareth mit der Schwarzen Madonna aufbewahrt.

 

Padre Pio

San Giovanni Rotondo, Schaffensstätte Pater Pios und Ort der geistigen Einkehr und des Gebets, ist der Jahr für Jahr meistbesuchte Pilgerort Europas. Die Exhumierung und öffentliche Aufbahrung des Leichnams ist als weitere Aufforderung zu verstehen, für den Heiligen, der sein Leben der Nächstenliebe und dem Glauben gewidmet hat, zu beten.

 

Der Wallfahrtsort Madonna dell’Ambro

wird auch „Klein-Lourdes der Sibilliner Berge” genannt. Er ist idyllisch gelegen in einer Schlucht am Fluß Ambro, unweit von Montefortino. Noch vor dem Jahr 1000 gegründet, ist es eine der ältesten Wallfahrtsstätten der Marken. Der Nationalpark Monti Sibillini mit seinen Bergen, der herrlichen Natur und klaren Luft, bildet eine malerische Kulisse. Ein hinter dem Altar der Kapelle aufgestellter Gedenkstein erinnert an die Geschichte seiner Entstehung: „im Mai des Jahres 1000 erschien dem einfachen Hirtenkind Santina, die von Geburt an stumm war, an diesem Heiligen Felsen die Jungfrau Maria”... Es ist ein Ort der Pilgerschaft, aber auch bedeutender Veranstaltungen wie zum Beispiel dem Fest der Madonna dell’Ambro im Mai oder dem „Fest der Verlobten” im August.

 

Santa Rita da Cascia

Die Wallfahrtskirche Basilika Santa Rita in Cascia stellt für ihre zahlreichen Besucher eine bedeutende Anregung zu geistiger Einkehr und Gebet dar. Aus ihrer Nächstenliebe schöpfte die Heilige Rita da Cascia Lebenskraft und Führung. Die Bereitschaft zur Vergebung, die Sehnsucht nach Frieden und die Fähigkeit, alles Leiden zu ertragen, waren in ihr besonders ausgeprägt. Schülerin eines Augustiners, des an ihrer Seite beigesetzten Seligen Simone da Cascia, und beeinflusst von San Nicola da Tolentino, kann Rita als eine der ruhmreichsten Vertreterinnen der Augustiner-Familie gelten, welche schon immer in der Wallfahrtskirche von Cascia wirkt. Diese wurde gegen Hälfte des vergangenen Jahrhunderts von der ebenfalls verehrten Oberin des Klosters, der Seligen Maria Teresa Fasce, erneuert und bereichert.