Auf Entdeckung des Gebietes

Das imposante Massiv der Sibillinen (der Dichter Giacomo Leopardi nannte sie “Monti Azzurri”) verbirgt ein Geheimnis, das aber so bekannt ist, daß es viele Ortsnamen dieser Gegend beweisen: TEUFELSHÖHLE, TEUFELSPAß, HÖLLENGRABEN, HÖLLENSCHLUCHT, PILATOSEE, FEENHÖHLE ODER HÖHLE DER SIBILLA. Davon erzählt auch eine Legende, die 1420 Antoine de la Salle erzälte, die aber vom Dichter Andrea da Barberino schon bekannt war. Sie eizählt von einer geheinisvollen Liebesgöttin und Prophetin, die in einer HöhIe auf dem BERG DER SIBILLA gewohnt haben soll. An sie erinnert eine 10 m hohe basaltene Klippe, deren Profil einem weiblichen Gesicht ähnlich ist. Man kann sie sehen, wenn man auf dei Straße von Montemonaco Richtung Berg der Sibilla fährt. Es ist sicher, daß dieser Berg während der Renaissance Mittelpunkt einer Verbindungsstraße nach Rom und ein gesuchtes Pilgerfahrtziel war. Fahrende Ritter aus Frankreich und Deutschland berichteten von ihren Treffen mit der Zauberin. Daraus entstanden Dichtungen wie “Guerin Meschino” von Andrea da Barberino, “La disputa poetica del Warburg” von Felix Hemmerlin. Nach vermeintlichen Zeugen wie Enea Silvio Piccolomini, Benvenuto Cellini, Luigi Pulci, Ludovico Ariosto, haben Zauberer und Dämone diese Höhle bewohnt. Man sagt, die Heiligen Äbte von St. Eutizio hätten im 8. Jh, auf Befehl von Papst Johannes die Höhle zum Einsturz gebracht, was auch der Unterdrücker Albornoz 1354 wiederholte. Man hat versucht, mit Dynamit die Höhle zugänglich za machen, während die Belgische Königsakademie 1953 eine Expedition unternahm, die aber nur einen Sporn und ein Messer aus dei Zeit von Heinrich ll. an den Tag gebracht hat. Bis in die Siebzigerjahre dachten die Bauern noch, daß Winde und Stürme durch Zauberer und Hexen verusacht würden. Derartige Legenden umgeben auch den Pilatosee, dessen Bewohner Menschenopfer verlangt haben sollen. Der See ist eine Depression des Vettoreberges. An diesem See findet man ein winziges Krustentier, das es ausser hier nur in Kleinasien und im Kaukasus gibt: das Chirocephalus Marchesonii. Man empfiehlt, bei einer eventuellen Besteigung des Berges vorsichtig zu sein.